Fasnachtsfeuer
Jahrhundertaltes Brauchtum muss erhalten bleiben. Was für die Zürcher das Sechseläuten, für die Berner der Ziibelemärit und für die Balser der Morgestraich ist, das ist für die Wittnauer das Fasnachtsfeuer. Dieses findet immer am Sonntag nach Aschermittwoch statt und wird auch Sonnwendefeuer genannt. Das ganze Brauchtum zu erläutern würde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und wäre auch sehr kompliziert.
Auf dieser Seite möchten wir Sie mit unseren Hinweisen aufmuntern, dieses Spektakel einmal live mitzuerleben. Wir möchten Ihnen dieses Brauchtum näher bringen. Man sieht die Zusammenhänge auch viel besser, wenn man an Ort und Stelle dabei ist.
2012
2011
2010
Zum eigentlichen Fasnachtsfeuer
Das Dorf wird an den Vortagen und am Sonntag selber unterteilt. Die Ober- und die Unterdörflerliefern sich schlussendlich einen internen Wettkampf, wer das schönere und bessere Sujet, Bild oder Feuer inszeniert hat.
Das Feuer der Oberen erscheint am Limperg. Die Unteren entzünden ihr Sujet auf dem Homberg. Die Unteren zünden zudem alle Jahre in der "Rislete" die Jahrzahl an, welche aus Holzwellen hergestellt worden ist.
Jeweils am Sonntagabend um 20.00 Uhr erlöschen alle Lichter im Dorf und die Feuer an den Hängen werden entzündet. Sofern die Sicht nicht zu wünschen übrig lässt, kann man aus dem Talkessel während einer halben Stunde prächtige Feuerbilder bewundern.
Die Feuer werden mit eigens konstruierten Petrolfackeln angezündet. Es versteht sich, dass jeder frühzeitig seine Fackel selber zubereitet und diese lange genug im Petrol einwirken lässt. Damit die Bilder oder Sujets auch brennen, werden die "Fächteli" (kleine Fackeln) ans Gerüst montiert und gemeinsam angezündet. Die Sujets werden von den beiden Trägervereinen und den "Anzündern" (diejenigen, welche den jährlichen Anlass finanzieren). ausgewählt. Es soll jeweils ein Geheimnis bleiben, was schlussendlich angezündet wird. Die Sujets sollen auf Ereignisse oder Geschehnisse aus dem Vorjahr oder aus dem laufenden Jahr hinweisen.
Abschliessend würdigt man die Feuer mit einem Fackelzug ins Dorf. Der Schlachtgesang darf dabei natürlich nicht fehlen. Heisst es bei den Unteren "Bürli, Bürli ab, die Obere schi.... d'Bei ab, die Untere ziend de Chare, die Obere si alls Narre" kehren die Oberen den Text natürlich um.
Finanziert wird dieses Spektaktel von den Paaren (Einwohner, Bürger und weiteren interessierten Personen), welche im Vorjahr geheiratet haben. Ein Zwang besteht dabei nicht. Während die Oberen ihren Abschluss jeweils in der Krone feiern, führen die Unteren im Dorfzentrum selber eine Beiz, da das zweite Dorfrestaurant, die Sonne, nicht mehr existiert.
Haben wir Ihr Interesse geweckt um dieses Spektakel einmal zu besuchen? Wie bereits gesagt, man muss das Fasnachtsfeuer miterleben, damit man es richtig versteht. Erlauben Sie sich am Sonntag nach der Fasnacht und dem Aschermittwoch einmal eine Fahrt nach Wittnau. Es lohnt sich!!
Das nächste Fasnachtsfeuer findet am Sonntag, 17. Februar 2013, statt. Die Durchführung erfolgt bei jedem Wetter!


